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Mainz bei Nacht

Tja, so schnell kanns gehen, ich verzapf schon wieder was

Kaum starte ich diesen Blog und philosophiere groß darüber, über was ich denn schreiben könnte, schon kommt die erste Situation, die quasi nach einem Eintrag schreit.

Da geht man nach Mainz und will sich die Fantastischen Vier live ansehen (sehr geiles Konzert gewesen, nebenbei...) und man endet im Mainzer Hauptbahnhof und sitzt fest. Ich möchte hier gerade mal die organisatorische Meisterleistung der Deutschen Bahn loben, die es nicht schafft, bei großen Veranstaltungen, die viele Menschen anziehen, Sonderzüge zu planen. Wieso sollte man dieses auch tun, es klingt ja fast nach Service und damit will die Bahn ja nicht in Verbindung gebracht werden. Auf jeden Fall war ich nun knapp 4 Stunden am Mainzer Hauptbahnhof "gefangen". Na toll, ich hatte mir das eigentlich nicht so vorgestellt. Ich hätte früher fahren sollen, dann hätte ich zwar die Fantas teilweise verpasst, aber DU wärst es mir wert gewesen. Und als netten Nebeneffekt hätte ich daheim schlafen können. Sowas kommt mir aber immer erst, wenn ich schon vorschnell die Entscheidung getroffen habe.

Was macht man nun nachts 4 Stunden lang im Mainzer Hauptbahnhof ??? Gut, einerseits redet man mit den Menschen, die einen begleiten, andererseits versucht man sicherlich auch zu schlafen. Ich habe beides getan, wobei hier das Augenmerk bei letzterem eindeutig auf dem Wort "versuchen" liegt. Einerseits hindert einen der mangelnde Komfort deutscher Bahnhöfe am schlafen, andererseits irgendwelche verkappten Ansager-Azubis die meinen, sich permanent melden zu müssen und einem mitteilen, dass sich ein Zug auf Grund eines "Triebfahrzeugdefekts" um 60 Minuten verzögert. Gut, das mögen vielleicht interessante Informationen sein, aber nicht für mich und nicht alle 2 Minuten. Ich bin zwar müde und fertig aber nicht schwer von Begriff. Zumindest diesmal nicht. Und mich interessieren auch die gesamten Haltestellen des ICE von Kiel nach Basel nicht. Was ihn nicht davon abhält, mir auch diese alle 5 Minuten mitzuteilen. Konsequenz: Verlagerung vom Bahnsteig ins Bahnhofsgebäude. Angenehmer Nebeneffekt: Es ist wärmer. Aber immer noch nicht bequemer. Was solls, der Boden vor einem Geschäft im Bahnhofshauptgebäude in einem Nebengang wird dazu auserkoren, das Nachtlager zu sein. Mein iPod verarscht mich mal wieder nach Strich und Faden und spielt mir entweder irgendwelchen zynischen Kram Marke "World So Cold" (danke, das habe ich schon bemerkt, deswegen bin ich drinnen) oder Dinge die mich an Dich erinnern (pikanterweise auch außergewöhnlich viel Damien...). Oder was von den Fantas. Danke, die habe ich gerade live gesehen, da brauche ich keine Nachbereitung durch die Zufallsfunktion. Naja, wenigstens klappts etwas mit dem vor sich hindösen. Die weitere Zeit bin ich wieder mit Reden beschäftigt. Oder mit Nachdenken, die Zeit ist ja vorhanden. Es ist unglaublich was sich mein müdes Hirn für einen Scheiß ausdenkt um mich davon zu überzeugen, dass ich das Denken um solche Uhrzeiten lieber lassen sollte. Und immer wieder Du in meinen Gedanken. So geht das dann die Zeit bis kurz vor 4. Auf dem Weg Richtung Bahnsteig was zu essen geholt. Wie kann man denn eigentlich morgens um 4 Hunger haben ??? Ich wach doch auch nachts nicht auf und denk mir "Hmm..und jetzt was zu essen, dann gehts mir gut...". Kaum auf dem Bahnsteig angelangt begrüßt einen die Wucht in Dosen in Form des Ansager-Azubis wieder. Und ich wage mal zu behaupten, er hat in den vergangenen Stunden nichts gelernt. Wenigstens hat er diesmal Informationen die mich interessieren, auch wenn ich schon vorher wusste, dass mein Zug um 4:02 fährt. Ein Hoch auf die Deutsche Bahn. Zwischendurch die Frage, ob der Typ, der irgendwie nach Speyer muss mittlerweile eine Möglichkeit gefunden hat, dorthin zu kommen, oder ob er immernoch durch den Bahnhof geistert. Kaum im Zug outet sich ein Spaßvogel, der meint er müsse einen auf Fahrkartenkontrolleur machen. Danke, ich bin zwar dem Humor nicht abgeneigt, aber nicht nach dieser Nacht. Kaum am Heimatbahnhof angekommen, stelle ich fest "Verdammt, du musst ja noch nach Hause laufen...". Nicht dass es jetzt eine Riesenstrecke wäre, aber ich glaube, alles andere was hätte passieren können hätte mich auch angepisst. Auf dem Heimweg dann die Erkenntnis "Scheiße, du wirst wieder wach...". Wie könnte es anders sein, wir wollen ja in der Tradition des Abends bleiben. Dann endlich daheim, ins Bett, grandios den heutigen Termin verschlafen, aber immerhin einigermaßen ausgeruht jetzt. Bis auf meinen Rücken, der meint mir mitteilen zu müssen, dass der Bahnhofsboden keine gute Idee war. Danke, wäre ich anders auch nicht drauf gekommen.

Das Resümee (das Wort hab ich soeben nachgeschlagen) für diesen Abend: Nie wieder Übernachtungen in Bahnhöfen. Aber das mach ich nicht zum Prinzip, die breche ich ja eh generell wieder. Und ich hätte nach Deiner SMS fahren sollen und mit Dir was machen sollen. Hätte mir hundertprozentig mehr gegeben als diese Nacht. Wieso merke ich das immer erst im Nachhinein ??? Naja, shit happens. Ist wenigstens eine Idee für diesen Blog draus geworden.

Ok, jetzt gehts mir besser. Euch vielleicht nicht, weil Ihr das hier jetzt gelesen habt. Aber ich hatte ja schon vorgewarnt. Abschließend lässt sich noch sagen (um wieder mal ein Liedzitat zu bringen): "Is that alright ? Yeah."

3.8.08 15:37
 


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